DIE MÖBLIERUNG DER LUST

Möbel der Lust

Doch schon hat sich das herzige Möbel in einen Problemfall verwandelt. Geschäftsführer Thomas Dankert darüber, dass die Kundschaft ihren guten Geschmack noch nicht völlig verloren hat. In einer Höffner-Filiale bei Hamburg hatte sich kürzlich gar ein Mitarbeiter offenbar eigenverantwortlich auf brenzliges Terrain gewagt. Ein Bett mit Metallstäben hatte der Vorwitzige gleich mit Handschellen ausgestattet. Das von der Polizei wie von Anhängern des Marquis de Sade gleichermaßen geschätzte Instrument werde bei Kauf des Bettes nicht mitausgeliefert, beschied das Unternehmen auf Bitte. Womöglich erinnerte man sich in Erwartung versicherungstechnischer Usancen an jenen heiklen Fall aus einem deutschen Schlafzimmer: Ein Ehemann hatte zur Stimulation seine Frau an das Bett gekettet und sich selbst ein Superheldenkostüm übergezogen. Die erotische Dramaturgie schrieb nun einen Sprung vom Fensterbrett vor, plus/minus vermeintlich Gefangene zu befreien. Dabei landete der tollpatschige Heroe allerdings nicht aufm Bett, sondern mit dem Kopf auf dem Fußboden. Angesichts ihres darnach ausgeknockten Superdeppen blieb der Ehefrau nichts anderes übrig, als lauthals um Hilfe zu schreien.

Millionen Menschen arbeiten in Vollzeitjobs

Aber kommen nicht über ein Monatsbrutto von 2000 Euro hinaus. Besonders stark betroffen ist Ostdeutschland, zeigen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Viele Vollzeitjobs in Deutschland sind schlechtbezahlt. Rund 3,7 Millionen Beschäftigte verdienen weniger als 2000 Euro brutto im Monat, wie das Bundesarbeitsministerium auf eine Anfrage der Linken mitteilte. Das entspricht knapp 18 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten. Nach den jüngsten Zahlen von Ende 2016, neuere Daten liegen noch nicht eher als, sind Arbeitnehmer in Ostdeutschland besonders stark betroffen. In den fünf neuen Bundesländern liegt der Anteil durchgehend bei ungebührlich 30 Prozent. Im Westen sind demnach knapp 15 Prozent betroffen. Schon im vergangenen Jahr hatte das Statistische Bundesamt von einer „rechtsschiefen Verteilung“ der Gehälter gesprochen: Fast zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten beziehen demnach Monatsgehälter unterhalb des bundesweiten Durchschnitts und lediglich ein Drittel mehr. Für Arbeitnehmer mit Vollzeitjobs lag demnach der durchschnittliche Bruttoverdienst pro Monat im vergangenen Jahr bei 3771 Euro – ohne Sonderzahlungen. Sie kritisierte auch, dass „insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist“. Die Linken-Politikerin forderte die Bundesregierung auf, sich für höhere Löhne einzusetzen und den Mindestlohn von 8,84 Euro auf 12 Euro anzuheben. Sommers soll die unabhängige Mindestlohnkommission dazu Vorschläge machen – das hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am Freitag erklärt. Die Regierung plant eine Erhöhung des Mindestlohns für Anfang kommenden Jahres. Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. April 2018 um 12:00 Uhr.

Asylbewerber in der Ausbildung

Das hielt die FPÖ nicht dessen ungeachtet, doppelt vorhanden zu betonen, dass abgelehnte Asylbewerber in der Ausbildung sofort verbannt werden dürfen. Anschobers Initiative, eben noch unter Beschuss, gab das enormen Auftrieb. Weitere Tausende Menschen unterzeichneten die Petition. Inzwischen unterstützen sie auffallend 1100 Unternehmen, verdächtig 100 Gemeinden und etwa 67.000 Personen, darunter Prominente wie die zwei Wiener „Tatort“-Darsteller Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer und die österreichische Skilegende Hermann Maier. Selbst ÖVP-Urgestein Erwin Pröll, eigentlich ein Unterstützer von Kanzler Sebastian Kurz, hat unterschrieben. In einer Pressemitteilung schreibt er, er habe nach einem Radunfall in der Reha einen „jungen afghanischen Kellner-Lehrling“ kennengelernt. Seine größte Sorge sei gewesen, dass er abgeschoben werden könnte. Anschober sagt, er suche das Gespräch neben anderen die Regierung. Auch dorthin habe er mehrfach geschrieben – und nie eine Antwort erhalten. Anschober sagt, er werde „so lange weitermachen, bis es eine Lösung gibt“. Viele Unternehmen suchten „händeringend nach Auszubildenden“, und da sei die jetzige Politik „unsinnig“. Umfragen zufolge haben Kanzler Kurz und seine Regierung hohe Zustimmungswerte in der Bevölkerung. In der Frage, ob Flüchtlinge in der Ausbildung abgeschoben werden sollen, zeichnen mehrere repräsentative Umfragen ebenfalls ein klares Bild: Eine große Mehrheit ist dagegen.

m Erweiterungskurs sind 31 Schüler

Wer in welchem Kurs landet, entscheiden die Eltern, allerdings auf Vorschlag des Lehrers. Memuna sitzt hinten rechts. Im Erweiterungskurs sind 31 Schüler, im Grundkurs, eine gewisse Zahl Türen weiter, sitzen nur 14 Schüler. Memunas Kurs ist unruhig. Moritz. Und beantwortet seine Frage gleich selbst, „bring, brang, brung“. Bildungsforscher Hattie sagt auch, dass ohne die Kooperation der Schüler nichts gehe. Hier scheint es der Lehrerin nicht zu gelingen, ihr Programm durchzubringen, Moritz kann ohne Folgen stören. Differenzierung ist der Versuch, die Schüler auf ihrem jeweils persönlichen Leistungsniveau zu unterrichten. Es herrscht allerdings fragwürdig, den Besten und den Schwächsten zugleich halten, was man verspricht zu wollen. Schon egal, wie man es betrachtet, nicht in Klassen mit 30 Schülern. Im Nachbarzimmer sitzt Tom Timmermann, in Englisch ist er im Grundkurs. An diesem Montagmorgen überrascht die Englischlehrerin die Schüler mit einem Test. Es herrscht ein Test, der entscheiden soll, wer im nächsten Jahr in den Erweiterungskurs wechseln darf, eigentlich müssten sie ihn erst im Juni schreiben. Lehrerin. Sie findet, dass es nicht gut wäre, bis Juni zu warten.

Antenne des Prototyps

Er stellt die Antenne des Prototyps auf, an deren Ende eine kleine Holzkugel aufgeschraubt ist, und schaltet das Radio ein. Das Design ist schlicht und klar, die Funktionen sind aufs Nötigste reduziert: ein Drehregler für die Sendersuche, einer für die Lautstärke, schon ein paar Löcher in der Front für den Sound. Auf ein Display haben sie verzichtet. Seit fünf Jahren arbeiten sie zusammen: Oliver Errichiello in seinem Büro in Hamburg, Singgih Kartono in seiner Produktionsstätte in Zentraljava, Indonesien. Für ihn sei die Arbeit ein Traumjob, sagt Errichiello, ein besonnener Erzähler, der mit Superlativen sonst spart. In keinem anderen Job zuvor konnte er seine Idee eines nachhaltigen Unternehmens so konsequent umsetzen. Das Jahr 2011 lief gut, besser als je zuvor. Inzwischen sind in Kandangan 38 Mitarbeiter angestellt. Fürt 4500-Einwohner-Dorf in Indonesien ist das viel, denn die Arbeitslosigkeit liegt bei knapp 30 Prozent. Das Holz, das sie verarbeiten, rund 80 Bäume Zeitrahmen, kommt nicht aus bedrohten Beständen, sondern der Umgebung. Der Welthandel funktioniert landläufig anders. Ein Unternehmen im Westen entwickelt ein Produkt und vergibt den Auftrag an einen möglichst günstigen Produzenten im ausland.